Meine Politik
grünliberal. sozialliberal.
Wohnraumpolitik
Zürich braucht mehr bezahlbaren Wohnraum und zwar schneller. Viele europäische Städte zeigen, dass dies gelingt, wenn klare Regeln, mutige Planung und starke Kooperationen zusammenspielen.
Ich setze mich deshalb dafür ein, dass die Stadt ihren politischen Spielraum bei Baubewilligungen nutzt und Vorgaben nicht unnötig streng auslegt. Entscheidend ist, dass Projekte zügig umgesetzt werden können.
Doch mehr Wohnraum allein macht ihn nicht bezahlbar. Darum braucht es städtebauliche Verträge mit Privaten, die klare Anforderungen an Wohnraum, Grünflächen und Gemeinbedarf vorgeben.
Die Stadt soll zudem vermehrt Baurechte an gemeinnützige Bauträger vergeben – mit weniger administrativen Hürden –, statt selbst zu bauen. So schaffen wir langfristig stabile Mieten.
Zudem will ich die Innenentwicklung stärken: Aufstockungen, effizientere Nutzung bestehender Gebäude und quartierverträgliche Verdichtung schaffen zusätzlichen Raum, ohne neue Flächen zu verbauen. Ziel ist ein Zürich, in dem Wohnen für Familien, Singles, Ältere und Menschen mit kleineren Einkommen wieder möglich wird – vielfältig, sozial durchmischt und nachhaltig.
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erreichen, setze ich mich für eine Elternzeit für beide Elternteile ein (Familienzeit-Initiative). Darüber hinaus sollten Kinderbetreuungsangebote ausgebaut und für alle erschwinglich gemacht werden. Zudem unterstütze ich den Ausbau von Tagesschulen, um Eltern mehr Flexibilität zu ermöglichen, und setze mich für eine Individualbesteuerung ein, um gerechtere Steuerbedingungen für Familien zu schaffen.
Chancengleichheit
Die Vielfältigkeit und -schichtigkeit unserer Gesellschaft eröffnet uns den Weg zu einer offenen, fortschrittlichen Gesellschaft. Damit dies jedoch erreicht werden kann, ist es notwendig, dass alle hier lebenden Menschen die gleichen Chancen erhalten.
Ich setze mich dafür ein, dass die Lebensumstände bei der Geburt nicht länger den Lebensweg und Erfolg eines Einzelnen bestimmen. Denn nur wenn jede Person die Freiheit hat, sich zu entfalten, können wir echte, fortschrittliche Veränderungen erreichen. In Zürich beispielsweise ist der Zugang zu hochwertiger Bildung ein zentraler Aspekt für Chancengleichheit. Der Ausbau von kostenlosen oder erschwinglichen Freizeit- und Bildungsangeboten für Kinder aus allen sozialen Schichten ist ein wichtiger Schritt, um Benachteiligung frühzeitig entgegenzuwirken.
Bildungspolitik
Einer der wichtigsten Funktionen für Wirtschaft und Gesellschaft ist unser Bildungssystem. Nur wenn wir gut ausgebildeten Nachwuchs haben, können wir unseren Wohlstand in der Schweiz aufrechterhalten. Eine qualitativ hochstehende Volksschule, das duale Bildungssystem und die innovativen Hochschulen sind essenziell für die Innovationskraft der Schweiz.
Deshalb setze ich mich für langfristig stabile Rahmenbedingungen und Bildungschancengleichheit ein.
Mobilitätswende
Mobilität ist ein Grundbedürfnis und ermöglicht Zugang zu Arbeit, Bildung, Kultur und Erholung. Sie ist jedoch auch ressourcenintensiv und belastet die Umwelt, vor allem durch den motorisierten Individualverkehr.
Das Ziel der Mobilitätswende ist nicht, das Autofahren gänzlich abzuschaffen, sondern den motorisierten Verkehr auf das Nötigste zu reduzieren und mehr Raum für öffentlichen Verkehr sowie Fuss- und Radwege zu schaffen. Ich unterstütze daher Tempo-30-Zonen in der Stadt, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und sichere Velorouten.
Ausserdem setze ich mich für eine „Stadtvignette“ ein. Der motorisierte Verkehr ist einer der Hauptverursacher von Luftverschmutzung, Lärm und CO2-Emissionen, was negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Klima hat. Auch der enorme Flächenverbrauch des Verkehrs beeinträchtigt Erholungsräume und die Biodiversität. Alle diese Kosten sind heute nicht internalisiert, d.h. sie werden den Verursachenden nicht angerechnet, sondern der Allgemeinheit übertragen. Deshalb sollen diese Kosten denjenigen mittels einer Stadtvignette verrechnet werden.
Europapolitik
Es ist an der Zeit, mehr Europa zu wagen – auch in Zürich.
Für unser Land und unseren Wohlstand ist es entscheidend, dass wir als Schweiz enger mit unseren Nachbarn vernetzt sind. Gerade für Zürich als internationales Finanz- und Wirtschaftszentrum ist eine stabile europäische Zusammenarbeit unverzichtbar. Die aktuelle Tendenz zur Abschottung stellt eine grosse Herausforderung dar und ist kein gangbarer Weg für die Zukunft.
Als Vizepräsidentin der Europäischen Bewegung Schweiz (Sektion Zürich) setze ich mich dafür ein, dass Zürich als weltoffene und vernetzte Stadt weiterhin eine Vorreiterrolle in der europäischen Zusammenarbeit spielt und dass mehr Europa in der Schweiz und in Zürich aktiv vorangetrieben wird.
Kulturpolitik
Kunst und Kultur sind der Kitt unserer Gesellschaft. Sie bringen uns zusammen, regen zum Nachdenken an und spiegeln unser menschliches Dasein wider. Sie zeigen unsere Denk- und Lebensweisen sowie unsere Werte. Deshalb ist es wichtig, Kunst und Kultur zu fördern. Sie tragen nicht nur zur Weiterentwicklung unserer vielfältigen Gesellschaft bei, sondern ermöglichen auch eine kritische Auseinandersetzung mit Demokratie und Recht. Es ist entscheidend, jungen Kulturschaffenden Raum und Ressourcen zu bieten, damit alle – das Individuum, die Gesellschaft und der Staat – davon profitieren.
Zugleich müssen Förderinstrumente so gestaltet sein, dass sie nicht an unnötiger Bürokratie scheitern. Heute profitieren oft grosse Häuser, während kleinere Kulturinstitutionen und Initiativen aufgrund komplexer Verfahren kaum Zugang zu Subventionen erhalten. Ich setze mich dafür ein, dass Förderprozesse einfacher, transparenter und niederschwelliger werden, damit die Vielfalt der Zürcher Kulturszene wirklich sichtbar bleibt.
Dabei sollte die Politik jedoch nicht den Inhalt von Kunst und Kultur bestimmen, sondern einen Raum für Freiheit und Vielfalt schaffen, in dem kreative Entfaltung ungehindert möglich ist – ganz im Sinne einer liberalen Haltung.
Klima- und Umweltpolitik
Der Klimawandel betrifft uns alle, auch die kommenden Generationen. Ich setze mich für eine progressive, liberale Klimapolitik ein, die auf Lenkung sowie Anreize statt auf reine Verbote setzt und das Verursacherprinzip berücksichtigt. Dabei ist mir die Sozialverträglichkeit der Massnahmen wichtig, ebenso wie der gleichzeitige Fortschritt von Wirtschaft und Klima. Nur wenn wir Wirtschaft und Klimapolitik gemeinsam denken, können wir die grösste Krise unserer Zeit erfolgreich bewältigen.
Eine nachhaltige Landwirtschaft, die allen den Zugang zu gesunder und klimafreundlicher Ernährung ermöglicht, liegt mir ebenfalls am Herzen.
Ausserdem bin ich überzeugt, dass der Finanzsektor eine Schlüsselrolle im Klimaschutz spielt. Deshalb fordere ich mehr Transparenz zu Klimarisiken und eine offene Diskussion über die Verantwortung des Sektors beim Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft.
Einwohner:innen-Stimmrecht
¼ der Schweizer Wohnbevölkerung hat zurzeit weder ein aktives noch passives Wahlrecht. In einigen Kantonen der Schweiz gibt es bereits seit einigen Jahren - im Kanton Neuenburg sogar seit 1849 - ein kommunales bzw. kantonales Stimmrecht. Fast 32% (Stand 2020) der Stadtzürcher Wohnbevölkerung besitzt die Schweizerische Staatsbürgerschaft nicht. Von diesen 32% besitzt die grosse Mehrheit eine C- oder B-Bewilligung (ca. 95%). Diese Personen leben jahrelang hier, zahlen Steuern, nehmen am wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Leben teil und haben trotzdem keine Möglichkeiten, an politischen Entscheidungen zu partizipieren. Ich setze mich dafür ein, dass Personen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft nach 5 Jahren Aufenthalt sich kommunal politisch partizipieren können.
Einbürgerungspolitik
Die Schweiz hat eine der tiefsten Einbürgerungsquoten in Europa, was bedeutet, dass rund ein Viertel der Schweizer Gesellschaft nicht an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen kann. Zudem sorgt unsere stark föderalistische Einbürgerungspolitik dafür, dass der Erhalt der Staatsbürgerschaft je nach Kanton unterschiedlich gehandhabt wird.
Ich setze mich für klare, einheitliche und messbare Kriterien im Einbürgerungsverfahren ein. Entscheidungen dürfen nicht auf willkürlichen Beschlüssen einer Gemeindeversammlung oder subjektiven Meinungen von Amtsträgern basieren, sondern müssen transparent und fair sein.
LGBTQIA+ Rechte
Ich setze mich für ein Zürich ein, in dem alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität frei und sicher leben können. Als Ally ist mir wichtig, dass queere Menschen nicht nur geschützt, sondern aktiv einbezogen werden. In meiner Masterthesis zum Thema «Sexuelle Orientierung als Fluchtgrund» habe ich mich intensiv mit der Realität von Menschen befasst, die aufgrund ihrer Identität verfolgt werden.
Konkret setze ich mich dafür ein, dass Diskriminierung im öffentlichen Raum, in Schulen und am Arbeitsplatz konsequent bekämpft wird, und dass die Stadt ihre Dienstleistungen – vom Gesundheitsbereich bis zu Beratungsangeboten – inklusiv ausgestaltet. Ebenso unterstütze ich Initiativen, die Sichtbarkeit schaffen, Gleichstellung fördern und queeren Menschen den Zugang zu Schutz, Betreuung und voller gesellschaftlicher Teilhabe ermöglichen. Ebenso ist mir die konsequente Bekämpfung von Hasskriminalität und Aufrufen zu Gewalt gegen queere Menschen sehr wichtig.